Zum Hauptinhalt springen
1>
Interview mit Kompetenzcenter-Leiter Alexander Wagner

Eine lange Karriere bei der NHW

Alexander Wagner kennt unser Unternehmen von der Pike auf. In seiner mehr als 30-jährigen Tätigkeit hat er nicht nur so manchen Unternehmensbereich, sondern auch seine Frau Isabel kennengelernt. Im Interview macht Wagner deutlich, warum es für ihn nie in Frage kam, den Arbeitgeber zu wechseln.

Herr Wagner, erinnern Sie sich noch an Ihre Anfänge bei der NHW?

Ja, ich habe 1989 meine Lehre zum Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, wie die Ausbildung zum Immobilienkaufmann damals hieß, an unserem Hauptstandort Schaumainkai begonnen. Meine Bewerbung war noch auf Schreibmaschine geschrieben. Wenn man sich vertippt hatte, musste man von vorne anfangen. Das können sich die Jüngeren heute gar nicht mehr vorstellen. Seitdem ist vieles anders geworden. Heute haben wir ein Bewerbungsportal, wo man seine Unterlagen einfach per Mausklick hinschicken kann.

Was war damals noch anders als heute?

Im Schaumainkai gab es im Mittelgang Spinde, wo manch älterer Kollege seine Hausschuhe und Strickjacke untergebracht hatte, die er dann auch vor Ort trug. In den Doppelzimmern wurde sich ein Telefonapparat und ein Sichtgerät zum EDV-Großrechner geteilt. PCs und Handys gab es nicht. Das Faxgerät war die Spitzentechnologie der Kommunikation. Per Hausdurchsagen informierte unser Pförtner die Kolleginnen und Kollegen über dringliche Angelegenheiten, auch mangelnde telefonische Erreichbarkeit wurde über dieses Medium angemahnt.

Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, bei der NHW anzufangen?

In meiner Familie arbeiteten einige im Bereich Wohnungswirtschaft. Zudem besaßen meine Eltern ein Mietshaus, das verwaltet werden musste. Da habe ich oft mitgeholfen und so Zugang zu dem Thema gefunden. Bei der NHW habe ich mich beworben, weil ich die Tätigkeit dort abwechslungsreich und vielschichtig fand. Damals gab es noch eine Wohnungseigentumsverwaltung und die Baubetreuung für Dritte. Außer dem Maklerbereich wurden bei der NHW alle Bereiche meines Berufsbildes abgedeckt. Zudem konnten wir während der Ausbildung einen Monat einen Makler über die Schulter schauen. Im Austausch kamen die Azubis des Maklers zu uns, um die Wohnungsverwaltung kennenzulernen.

Was hat Sie so lange im Unternehmen gehalten?

Ich habe die NHW immer wieder aus einem anderen Blickwinkel erleben dürfen. Deshalb wurde es mir nie langweilig. Es gab ständig neue Schwerpunkte für mich. So war ich anfangs Sachbearbeiter in der Projektsteuerung in der Baubetreuung und ab 1997 Projektleiter beim damaligen Tochterunternehmen nhgip Gesellschaft für innovative Projekte im Wohnungsbau. Dort ging es unter anderem um die Entwicklung von Passivhäusern und Niedrigenergie-Eigenheimen in Holzbauweise sowie um das Stadtteilmanagement im Programm Soziale Stadt. Das war alles sehr interessant für mich.

Alexander Wagner, Jahrgang 1968, begann 1989 seine Berufsausbildung zum Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft bei der NHW und ist dem Unternehmen bis heute treu geblieben. In seiner mehr als 30-jährigen Tätigkeit hat er Stufe um Stufe die Karriereleiter erklommen. So war er zunächst Sachbearbeiter in der Projektsteuerung im Bauträgergeschäft und danach Projektleiter bei der NHW-Tochter Nassauische Heimstätte Gesellschaft für innovative Projekte im Wohnungsbau mbH. Von 1999 bis 2011 leitete er den Fachbereich Mieterbezogenes Rechnungswesen und danach den Unternehmensbereich Kaufmännische Services Immobilienmanagement (KSI). Seit 2016 ist er Leiter des Kompetenzcenters Einkauf- und Vertragsmanagement. In den 1990er Jahren studierte Wagner zudem berufsbegleitend Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Mainz.

Wie ging es dann für Sie weiter?

Ende der 1990er bekam ich das Angebot, als Fachbereichsleiter Mieterbezogenes Rechnungswesen zu arbeiten. Da ging es vorrangig um kaufmännische Themen in der Massenverarbeitung wie Debitorenbuchhaltung, Kautionsverwaltung, Nebenkostenrechnungen und Mahnverfahren, also wieder etwas ganz Neues. Schon damals hatten wir über 40.000 Wohnungen im Bestand. 2011 bis 2016 war ich dann Leiter des Unternehmensbereichs Kaufmännische Services Immobilienmanagement (KSI).

Welche Tätigkeit haben Sie heute?

Seit 2016 leite ich den Kompetenzcenter Einkauf und Vertragsmanagement, der damals neu gegründet wurde.

Was schätzen Sie besonders an der NHW?

Das Unternehmen hat mir immer die Möglichkeit gegeben mich weiterzuentwickeln. Bereits als Auszubildender kam ich viel herum. Bis heute gibt es immer wieder interessante Aufgaben und neue Einflüsse, die Veränderungen mit sich bringen. Gerade in solchen Phasen schätze ich besonders den kollegialen Umgang unter den Mitarbeitenden, auch auf der Führungsebene. Gerade in den Führungskräfteschulungen wird von externen Trainern regelmäßig die Rückmeldung gegeben, dass das Klima in den Seminaren sehr gut und vertrauensvoll ist.

Was waren aus Ihrer Sicht wichtige Meilensteine für die NHW in den letzten 30 Jahren?

Ein wichtiger Einschnitt war die Fusion von Nassauischer Heimstädte und Nassauisches Heim im Jahr 1991. Da trafen sehr unterschiedliche Unternehmenskulturen aufeinander. Damals war ich gerade mit meiner Ausbildung fertig. Ein weiterer Meilenstein war 2005 der Erwerb der nordhessischen Schwestergesellschaft Wohnstadt. In dieser Zeit leitete ich das Mieterbezogene Rechnungswesen und bekam plötzlich eine neue Abteilung am Standort Kassel hinzu. Dabei konnte ich feststellen, dass beide Unternehmen gar nicht so unterschiedlich waren, wie dies immer propagiert wurde. Eine Herausforderung war das Führen des neuen Teams über die Distanz. Um Präsenz zu zeigen und für meine neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt ansprechbar zu sein, war ich einen Tag in der Woche in Kassel.

Was waren für Sie persönlich wichtige Erlebnisse?

Ein wichtiges Erlebnis war mit Sicherheit die Einführung von SAP im Jahr 2005. Dadurch wurden zahlreiche routinierte Arbeitsabläufe, in der Mietbuchhaltung, Kautionsverwaltung und Nebenkostenabrechnung regelrecht auf den Kopf gestellt. Bei größeren Fehlern in der Vorbereitung wären wir im Echtbetrieb letztlich zahlungsunfähig gewesen. Entsprechend fiel mir ein Stein vom Herzen, als ich sah, dass alles funktionierte. Eine weitere wichtige Erfahrung war das Restrukturierungsprojekt "Zukunft gestalten", mit dem unsere Ertrags- und Wirtschaftskraft nachhaltig gestärkt werden sollte. In diesem Zuge entstanden neue Strukturen wie die Regionalcenter. Damals leitete ich den Unternehmensbereich KSI. Bis auf die Mietkalkulation hatten wir die kaufmännische Verantwortung für sämtliche Aufgaben, die im Immobilienmanagement zentral ausgeführt wurden. Das bedeutete eine Ausweitung der Aufgaben für mich, da auch das Forderungsmanagement hinzukam.

Haben Sie besondere Leitsätze?

Ja. Mankann es als Führungskraft nicht allen Recht machen, aber ich versuche jede und jeden nach ihren Fähigkeiten optimal einzusetzen. Das größte Kompliment, dass ich je als Führungskraft erhalten habe, war der Tadel, dass ich emotional zu nah bei meinen Mitarbeitenden wäre. Das habe ich als Lob aufgefasst.

Welche Entwicklungen im Unternehmen finden Sie derzeit spannend?

Eine wichtige Frage für mich ist, wie wir das verbindliche CO2-Ziel, bis 2050 Klimaneutral zu sein, mit unseren wirtschaftlichen Zielen in Einklang bringen können. Im Bereich zentraler Einkauf, den ich leite, wird sichtbar, dass sich in der Praxis nicht alle nachhaltigen Themen wirtschaftlich Eins zu Eins umsetzen lassen. Spannend ist auch, dass wir derzeit vom Land Hessen finanziell stark gefördert werden und damit wieder zu einem Werkzeug der staatlichen Wohnungs- und Klimapolitik geworden sind. Die Politik hat erkannt, dass der Markt eben nicht alles regelt und Akteure gebraucht werden, die breite Schichten der Bevölkerung mit Wohnraum versorgen. Somit sind wir heute wieder näher am gemeinnützigen Gedanken, als wir es zwischenzeitlich waren.